Die Kindheitsjahre
Elvis Aaron Presley wurde am 8. Januar 1935,
morgens gegen 4.30 Uhr, in dem kleinen Ort Tupelo im US-Bundesstaat
Mississippi geboren. Sein Zwillingsbruder, der den Namen Jesse Garon
getragen hätte, wäre er am Leben geblieben, kam etwa eine halbe
Stunde vor Elvis tot zur Welt.
Elvis wurde in einer schlechten
Zeit - in den Nachwehen der Weltwirtschaftskrise - und in einer
armen Gegend geboren.
Die Presleys waren gegen Mitte des 18.
Jahrhunderts aus Schottland in die neue Welt gekommen; sie stammten
aus der Nähe von Aberdeen. Elvis' Eltern, Vernon Presley und Gladys,
geb. Smith, schlossen 1933 die Ehe; sie gehörten der First Assembly
Of God, einer der in Amerika sehr zahlreichen Kirchengemeinschaften,
an. Hier hörte Elvis wohl auch oft die Musik, die ihn am meisten
beeinflussen sollte, Gospels und Spirituals. Im Radio mag er später
viel Country Music, aber auch die damals "race music" genannte Musik
der schwarzen Bevölkerung gehört haben. In seiner Schulzeit fiel
Elvis nie besonders auf, sang ohne Begleitung den Countrysong "Old
Shep" - dieses Lied sollte er elf Jahre später auch in einem
Plattenstudio aufnehmen. Zum elften Geburtstag schenkten ihm seine
Eltern eine Gitarre, obwohl er sich ursprünglich ein Gewehr
gewünscht hatte.
Im September 1948 packten die
Presleys ihre Habseligkeiten zusammen und fuhren in die etwa 120 km
entfernte Großstadt Memphis im Bundesstaat Tennessee, wo sie sich
bessere Verdienstmöglichkeiten erhofften. Auch in den nächsten
Jahren zogen sie mehrfach um und konnten bescheidene berufliche
Verbesserungen erreichen. Elvis besuchte die High School und trat
trotz seiner ansonsten zurückhaltenden Art bei der
Schulweihnachtsfeier 1950 mit zwei Liedern auf.
Elvis wird entdeckt
Nach seiner Schulentlassung 1953 arbeitete
Elvis zunächst in einer Werkzeugfabrik. Noch in diesem Sommer
entschloß er sich, beim Memphis Recording Service von Sam Phillips -
wo jedermann gegen Entgelt private Tonaufnahmen machen konnte - eine
Platte aufzunehmen. Die Legende will es natürlich, daß er diese
beiden Lieder, die Balladen "My Happiness" und "That's When Your
Heartaches Begin", zum Geburtstag seiner Mutter aufgenommen hat. Da
dieses Fest aber schon im April gefeiert wurde, war es doch wohl
eher so, daß Elvis lediglich einmal hören wollte, wie seine Stimme
klingt.
Der besagte Sam Phillips suchte
schon seit langem nach einem weißen Sänger, der wie ein Farbiger
singen konnte, war jedoch nicht anwesend, als Elvis das Studio
erstmals aufsuchte. Seine Sekretärin Marion Keisker horchte auf, als
sie Presleys ungeübten Gesang hörte und schnitt einen Teil davon auf
Band mit. Tatsächlich ist diese erste Platte, die lange als
verschollen galt, vor einigen Jahren in Florida aufgetaucht; sie
befand sich im Besitz eines Schulfreundes von Elvis, der sie der
Plattenfirma zum Anfertigen eines Bandes zur Verfügung stellte. Im
Jahre 1990 gelangte sie zur Veröffentlichung.
Nachdem Elvis Presley Anfang 1954 zwei
weitere Lieder für den Privatgebrauch bei Phillips aufgenommen
hatte, hörte er einige Monate nichts von ihm. Im Juni 1954 ließ
Phillips Elvis einige Versuche mit einem Lied namens "Without You"
machen, die jedoch offensichtlich mißlangen. Mit dem Gitarristen
Scotty Moore und dem Bassisten Bill Black ging Elvis nun
verschiedene Stilrichtungen durch, von den Popsongs eines Dean
Martin - einem von Elvis' Idolen - über die Countrysongs von Hank
Snow und Bill Monroe bis zu den Blues- und Rhythm & Blues-Songs
schwarzer Künstler wie Billy Eckstine und Arthur "Big Boy" Crudup.
In diesem Zusammenhang stießen sie auf den Song "That's All Right",
den Crudup 1946 aufgenommen hatte. Und das war's!
Am nächsten Tag wurde ein
schneller Countrysong für die Rückseite aufgenommen, "Blue Moon Of
Kentucky", eine Komposition des Bluegrassmusikers Bill Monroe, und
im Juli 1954 erschienen diese beiden Lieder von Elvis bei Sun
Records; die Plattennummer lautete Sun 209. Der ungewöhnliche Stil
kam an, obwohl viele dachten, es sei ein Schwarzer, der da singt. Im
rassebewußten Süden der USA gab es eine klare Trennung zwischen
Schwarz und Weiß - natürlich auch in der Musik. Elvis Presley war
es, der diese Schranken als erster durchbrach und zahlreichen
schwarzen Künstlern den Weg zum Erfolg ebnete. Hierfür sind ihm
heute noch viele dankbar.
Schon im August 1954 ging Elvis
als Mitglied eines ganzen Sängertrupps auf Tournee durch den
Bundesstaat Texas. Im Oktober desselben Jahres gelang es ihm, in der
bekannten Rundfunksendung "Lousiana Hayride" des Senders KWKH in
Shreveport/Louisiana aufzutreten, nachdem ein Versuch in der
berühmten Grand Ole Opry, dem Mekka der Country Music, einen Monat
zuvor gescheitert war.
Hier, bei Louisiana Hayride,
schloß er einen Vertrag, der ihn verpflichtete, jeden Samstagabend
aufzutreten, an dem der Sender ihn benötigen sollte. KWKH war eine
50.000-Watt-Station, die von 100 Sendern in 13 verschiedenen Staaten
im Süden der USA übernommen wurde. Das war gute Reklame für Elvis -
dadurch wurde er allmählich bekannt.
Elvis - The King Of Rock
'n' Roll
Mitte 1955 interessierte sich ein Mann für
Elvis, der ein halbes Jahr später seine Geschicke für den Rest
seines Lebens lenken sollte, Colonel (ein Ehrentitel) Tom Parker,
ein mit allen Wassern gewaschener Manager des Showbusiness, der
zuvor die Countrystars Eddy Arnold und Hank Snow betreut hatte. Im
Juli 1955 konnte Elvis mit seiner vierten Platte den ersten Hit auf
nationaler Ebene verzeichnen: "Baby Let's Play House" kam in die
County & Western-Hitparade der Fachzeitschrift "Billboard"
hinein.
Mittlerweile hatte Elvis Presley
einen Bühnenakt entwickelt, der vor allem die weiblichen Fans
regelmäßig zur Raserei brachte. Im Oktober 1955 war es soweit, daß
Elvis auf den Tourneeplakaten an erster Stelle genannt wurde. Er war
nun eindeutig der Star.
Im November 1955 wurde sein Vertrag für
35.000 Dollar vom Plattenkonzern RCA gekauft - damals eine
unglaubliche Summe. Im Januar 1956 machte Elvis die ersten
Plattenaufnahmen für seine neue Firma, darunter auch "Heartbreak
Hotel", das sich im Frühjahr zur Nummer 1 aller wichtigen
amerikanischen Hitparaden entwickeln sollte. Ebenfalls im Januar war
Elvis erstmals im Fernsehen von Küste zu Küste zu bewundern, er trat
an sechs verschiedenen Abenden in der "Stage Show" auf, die von den
Bandleadern Tommy und Jimmy Dorsey moderiert wurden. Nachdem im März
1956 Elvis' erste Langspielplatte herausgekommen war und ebenfalls
Platz 1 erreichte, war sein Erfolg nicht mehr aufzuhalten. Es
regnete in der Folgezeit goldene Schallplatten und am Ende des
Jahres war der 21 jährige Millionär, hatte die Musikwelt auf den
Kopf gestellt sowie vielen Kritikern Anlaß zu bitterbösen
Bemerkungen gegeben. Mit seinen wilden Bewegungen auf der Bühne
wolle er nur davon ablenken, daß er überhaupt nicht singen könne,
hieß es beispielsweise in einer Kritik.
Seine Musik war eine Mixtur aus
Countryballaden, dem Rhythm & Blues der schwarzen Bevölkerung,
versetzt mit Gospelelementen und reinem Blues, also eine
Verschmelzung ursprünglich gegensätzlicher Musikrichtungen. Die
heißen Rhythmen nannte man "Rock 'n' Roll"; der Diskjockey Alan
Freed nahm für sich in Anspruch, diesen Terminus erfunden zu haben.
Doch tatsächlich entstammten die Worte dem Slang der Schwarzen und
bezeichnen Beischlafbewegungen. Wegen seiner scheinbar eindeutigen
Bewegungen auf der Bühne nannte man Elvis bald "ELVIS THE PELVIS
(Elvis das Becken)". Er selbst bezeichnete diese Einstufung als den
"kindischten Ausdruck, den ich je von einem Erwachsenen gehört
habe".
Elvis in Hollywood
Elvis hatte durch seine
Fernsehauftritte die Aufmerksamkeit des bekannten
Hollywoodproduzenten Hal Wallis erregt, der das Potential erahnte,
das in einem künftigen Filmstar Elvis Presley stecken könnte. Er
dachte dabei wohl an einen singenden Marlon Brando. Er ließ Elvis
nach Hollywood kommen und Probeaufnahmen machen. Dies führte zu
einem Vertrag über zunächst drei Filme; die Gagen lagen bei 100.000,
150.000 und 200.000 Dollar. Als erstes wirkte Elvis in einem
Schwarzweiß-Western mit dem Titel "The Reno Brothers" mit. Wegen des
großen Erfolges, den Elvis mit dem bereits veröffentlichten Lied
"Love Me Tender" hatte, wurde der Film in "Love Me Tender"
umbenannt.
Platte und Film waren ja ideale
Werbeträger auf wechselseitiger Basis. Als der Film im November 1956
in New York uraufgeführt wurde, standen die Teenager vor dem Kino
Schlange - und viele verließen es weinend. Sie konnten nicht fassen,
daß ihr Idol in seiner ersten Rolle sterben mußte. Der Film wurde
dann in 550 Kinos gleichzeitig gestartet und spielte innerhalb von
drei Wochen seine Herstellungskosten wieder ein. Alleine in der
ersten Woche waren es ca. 540.000 Dollar - ein Novum selbst im
sensationsgewohnten Hollywood.
Ende 1956 standen zehn Lieder von
Elvis Presley gleichzeitig in der wichtigsten Hitparade, den "Top
100" (später "Hot 100") des Musikfachblattes "Billboard". In diesem
Jahr wurden über zehn Millionen Platten von Elvis verkauft, hinzu
kamen die Einnahmen aus Film, Fernsehen und den
Liveauftritten.
Elvis drehte bis 1958 drei weitere
Filme, darunter seinen ersten Farbfilm, "Loving You". Für diesen
Film ließ er sich erstmals die Haare schwarz färben, weil er davon
überzeugt war, die erfolgreichsten männlichen Filmstars seien alle
dunkelhaarig gewesen. Nicht von ungefähr war der junge Tony Curtis
in den frühen fünfziger Jahren eines der Leinwandidole von Elvis. Er
hatte schwarze Haare und zeigte schon den Ansatz des später von
Elvis stärker herausgestellten "duck tail", des Entenschwanzes, also
des am Hinterkopf zusammengekämmten Haares.
Das Image des Rebellen, das wohl
etwa ab der Mitte des Jahres 1956 stärker betont wurde - übrigens
mehr von Manager Parker als von Elvis - wurde durch die dunklen
Haare unterstrichen, die ihm ein finsteres Aussehen verliehen. Der
Colonel gab Elvis in dieser Zeit angeblich den Rat, nie zu lächeln,
weil das den Mädchen gefiele.
Nach den Dreharbeiten zu "Loving
You" kehrte Elvis Mitte März 1957 nach Memphis zurück und kaufte im
vornehmen Vorort Whitehaven für 100.000 Dollar die 23-Zimmer-Villa
Graceland.
Anfang April gab er eines seiner wenigen
Konzerte im Ausland, in Kanada, das vom Nachbarn USA gar nicht so
recht als Ausland angesehen wird. Elvis gastierte in Toronto und
Ottawa - am 31. August 1957 sollte er noch in Vancouver auftreten,
im November folgten mehrere Konzerte auf den Hawaii-Inseln, die
damals noch kein amerikanischer Bundesstaat waren - das blieben die
einzigen öffentlichen Auftritte von Elvis Presley außerhalb der
Vereinigten Staaten.
Elvis zur Armee - Gladys stirbt
Nach den Dreharbeiten zu seinem
vierten Film "King Creole", der künstlerisch bis dahin am meisten
hergab, mußte Elvis am 24. März 1958 zur Armee einrücken, nachdem
man ihm bereits einen mehrwöchigen Aufschub gewährt hatte. Er
leistete seine Grundausbildung in Texas ab und wurde am 1. Oktober
1958 nach Deutschland versetzt.
Noch während er in Texas seine
Grundausbildung absolvierte, erkrankte seine Mutter und mußte ins
Krankenhaus nach Memphis. Am 14. August 1958 starb sie an Hepatitis
- ein großer Verlust für Elvis, über den er nie hinwegkommen
sollte.
In Deutschland wohnte Elvis - nach
drei kurzen Hotel-Aufenthalten - im hessischen Bad Nauheim,
Goethestraße 14. Seine Dienstzeit leistete er in den Ray Barracks im
nahen Friedberg ab. Während dieser 17 Monate reiste er zweimal nach
Paris, hielt sich mehrmals in Frankfurt und in München auf, wo er
mit der Schauspielerin Vera Tschechova ausging. Armeemanöver führten
ihn nach Grafenwöhr, in den südlichen Schwarzwald und an die
tschechische Grenze. Und das war's auch schon. Elvis Presley ließ
die Gelegenheit aus, sich in Europa umzusehen - er sollte nie
hierher zurückkehren.
In Deutschland lernte er auch
seine spätere Ehefrau, die damals 14 Jahre alte Priscilla Beaulieu,
kennen.
Im Januar 1960 wurde Elvis Presley
zum Sergeant befördert, am 2. März verließ er Deutschland. Nach
einer Zwischenlandung in Schottland betrat er am 3. März wieder
amerikanischen Boden. Während der Pressekonferenz, die er kurz nach
der Landung gab, teilte Colonel Parker der Presse mit, daß sein
Schützling im Jahre 1959 zwar 1,9 Millionen Dollar verdient, aber 91
% Steuern an den Staat entrichtet habe.
Elvis kehrt zurück an die
Spitze
Er spielte sofort nach seiner Rückkehr neue
Platten ein, die in eine neue Richtung wiesen. Der Rock 'n' Roll
schien der Vergangenheit anzugehören, das machte vor allem die
Adaption des neapolitanischen Liedes "O Sole Mio" deutlich, das von
Elvis nahezu operntenorhaft gesungene "It's Now Or Never", das sich
mit weltweit 28 Millionen verkaufter Exemplare zum größten Hit
seiner Karriere entwickelte.
Und er trat auch wieder erstmals öffentlich
im Fernsehen auf, und zwar in dem Frank Sinatra Timex TV-Special
"Welcome Home Elvis" und erhielt als Gage für einen 6 minütigen
Auftritt die damals unglaubliche Summe von 125.000
Dollar.
Wie in seiner Musik schien Elvis nun auch in
seinen Filmen leisere Töne anzuschlagen. "G.I. Blues" - der erste
Film nach seiner Rückkehr - sollte lose seine Erlebnisse als Soldat
in Deutschland erzählen, so wie Hollywood sich das vorstellte. Es
entstand ein akzeptabler Film, doch war er weit entfernt von "Loving
You" oder "Jailhouse Rock".
Doch vorerst warf die nächste Rolle das alles
zunächst wieder über den Haufen. In dem harten Western "Flaming
Star" spielte Elvis das Halbblut Pacer Burton, eine Rolle, die
ursprünglich für Marlon Brando vorgesehen war. Regie führte Don
Siegel, der später durch seine Arbeiten mit Clint Eastwood sehr
populär wurde, aber auch schon in den fünfziger Jahren durch
aktionsgeladene Kriminalfilme von sich reden gemacht
hatte.
Und auch die nächste Rolle, die des jungen
Glenn Tyler in dem anspruchsvollen Streifen "Wild In The Country".
verlangte Elvis einiges an schauspielerischem Können ab. Dieses mit
einer guten Story und psychoanalytischen Ansätzen versehene
Melodrama beschreibt die typischen Verhältnisse in einer
amerikanischen Kleinstadt und erinnert dabei an "Peyton Place" von
1957, einem Film mit einem ähnlichen Thema.
Elvis erneut auf der Welle des
Erfolgs
Im Januar 1961 unterzeichnete Elvis einen
Fünfjahresvertrag mit Filmproduzent Hal Wallis, in dem er sich
verpflichtete, pro Jahr einen Film für Wallis zu drehen; es wurden
sogar sechs Filme daraus.
Einen Monat darauf trat er
erstmals nach seiner Militärzeit wieder live auf: Am 25. Februar gab
er zwei Konzerte im Ellis Auditorium in seiner Heimatstadt Memphis,
denen eine Pressekonferenz im Claridge Hotel vorausgegangen war.
Elvis brachte viele seiner alten Hits aus den fünfziger Jahren, aber
auch seine neueste Aufnahme, "Surrender", eine Adaption des
italienischen Liedes "Torna A Sorrento". Die Einnahmen von rund
55.000 Dollar wurden für wohltätige Zwecke gestiftet.
Bis zu diesem Datum hatte Elvis Presley
Tonträger im Wert von 76 Millionen Dollar umgesetzt. RCA-Chef Marek
überreichte ihm als Anerkennung eine mit Diamanten bestzte Uhr. Eine
weitere Ehrung erfuhr er am 8. März 1961, als er in Nashville vor
dem Parlament von Tennessee sprechen durfte und dann seine Ernennung
zum Ehrenoberst entgegennahm.
Einen Monat später, am 25. März, absolvierte
Elvis in Honolulu auf Hawaii seinen letzten Liveauftritt, bevor er
1969 zur Bühne zurückkehrte. Der Erlös von 62.000 Dollar wurde dem
Arizona Memorial Fund zur Verfügung gestellt, der zu Ehren der am 7.
Dezember 1941 beim Angriff auf Pearl Harbour getöteten Soldaten des
Schlachtschiffes "Arizona" ein Denkmal errichtete.
Unmittelbar darauf begannen die Dreharbeiten
zu Elvis' nächsten Film, "Blue Hawaii", in dem er nicht weniger als
14 Lieder sang. Dieser Film spielte fünf Millionen Dollar ein, die
gleichnamige Langspielplatte wurde über zehn Millionen mal verkauft
und stand 20 Wochen auf Platz 1 der Hitparade.
Es wird ruhig um Elvis
In den nächsten Jahren drehte
Elvis pro Jahr zwei bis drei Filme, die an den Kinokassen zwar sehr
viel Geld einspielten, Elvis künstlerisch - von einigen Ausnahmen
abgesehen - jedoch nur wenig abverlangten. Und zu fast jedem Film
gab es die entsprechende Langspielplatte, die ebenfalls reißenden
Absatz fand. Elvis war kaum noch in der Öffentlichkeit zu sehen, zog
sich in seine Villen in Memphis und Beverly Hills zurück, umgeben
von einer Freundesclique, die man bald "Memphis Mafia"
nannte.
Elvis heiratet
Priscilla
Elvis machte erst wieder Schlagzeilen, als er
am 1. Mai 1967 im Aladdin Hotel in Las Vegas Priscilla Beaulieu
heiratete, die er 1959 in Deutschland kennengelernt hatte. Genau
neun Monate später wurde die Tochter Lisa Marie geboren.
Das Comeback
Doch 1968 gab es spürbare Veränderungen, was
die Karriere betraf. Im Dezember wurde eine einstündige Fernsehshow
ausgestrahlt, die einen Elvis zeigte, der in einem schwarzen
Lederanzug gekleidet war und seine Hits aus den fünfziger Jahren
sang. Dabei legte er eine Dynamik an den Tag, die keiner mehr von
ihm erwartet hatte. Das Schlußlied der Show, "If I Can Dream", wird
zu seinem größten musikalischen Erfolg der letzten drei Jahre und
erreicht Platz 12 der Hitparaden. Auch die Soundtrack-LP der Show
kommt unter die ersten zehn.
Anfang 1969 spielt er sodann in den American
Studios in seiner Heimatstadt Memphis über 30 neue Lieder ein,
darunter die späteren Superhits "In The Ghetto", "Don't Cry Daddy"
und "Suspicious Minds". Auch die Langspielplatte "From Elvis In
Memphis", die weitere elf Lieder aus diesen Sessions enthält, kann
als Meilenstein in Presleys Karriere bezeichnet werden. Er singt
wieder kraftvollen Blues und moderne Countrysongs.
Elvis - Der Showstar
Dies alles führte im selben Jahr zu seiner
Rückkehr auf die Bühne. In Las Vegas trat er im neu erbauten
International Hotel (später Hilton) erstmals seit acht Jahren wieder
vor Publikum auf, das Haar länger als je zuvor und stimmlich besser
als je zuvor. Elvis war mittlerweile zum König des Entertainment
avanciert; er sang aktuelle Lieder von Neil Diamond, den Beatles,
Simon & Garfunkel und interpretierte sie so, als seien sie für
ihn geschrieben. Zeitungsberichten zufolge erhielt er 100.000 Dollar
Gage pro Woche; die Gesamteinnahmen dieses ersten, vierwöchigen
Engagements lagen bei mehr als 1,5 Millionen Dollar.
Er ging auch wieder auf Tournee. In dieser
Zeit entstanden zwei Dokumentarfilme, die den Elvis der siebziger
Jahre zeigen: "Elvis - That's The Way It Is" und "Elvis On Tour". Im
Herbst 1970 konnte man im "Hollywood Reporter" lesen: "Elvis ist
heute vielleicht der einzige Künstler, der genug Leute in die Kinos
bringt, um das Geld wieder einzuspielen, das eine Dokumentation über
sich selbst gekostet hat."
Im Januar 1973 wurde ein einstündiges Konzert
auf Hawaii live in fernöstliche Länder übertragen. Hier gab es
Einschaltquoten, die zum Teil bei über 90 % lagen. In den folgenden
Wochen wurde diese Show unter dem Namen "Aloha From Hawaii Via
Satellite" auch in über 30 europäischen Ländern und in den USA
gezeigt. Über eine Milliarde Menschen erlebten dieses Konzert
insgesamt.
Der private Niedergang
Nachdem sich seine Frau Priscilla 1972 von
ihm getrennt hatte und nachdem im Oktober 1973 die Scheidung erfolgt
war, ging es mit Elvis' Gesundheit bergab. Er hatte ohnehin einige
Krankheiten von der Seite seiner Mutter geerbt, so eine Anfälligkeit
der Leber, die Neigung zur Volleibigkeit, die durch übermäßig lange
Speicherung von Flüssigkeit im Körper herrührte. Dazu kamen
natürlich sein ruheloser Lebenswandel, die anstrengenden Tourneen
und die Neigung, gegen und für alles Tabletten zu nehmen - und das
alles im Übermaß.
Außerdem war da natürlich die Situation, in
der sich jeder Star vom Status eines Elvis Presley befindet: ein
Leben im goldenen Käfig, das durch konsequente Abschirmung des
Privatlebens erzwungen wird. Er konnte nicht auf die Straße, ins
Kino oder in ein Geschäft gehen, ohne sofort von einer Menschenmenge
umlagert zu sein. Mit 21 war Elvis bereits Millionär und ein
Weltstar, also bestand ja nie die Möglichkeit, richtig erwachsen zu
werden und auch keine Notwendigkeit, denn rein äußerlich war ja
alles im Überfluß vorhanden. Aber vielleicht zerbrach er gerade
daran, daß es keine Herausforderungen mehr gab. Er hatte ja bereits
jeden Gipfel erklommen, den es zu besteigen gab.
Bei der Scheidung hatte Priscilla
1973 angegeben, daß Elvis im Monat 200. 000 Dollar verdiene. Ende
1974 wurde bekannt, daß er im Jahr 12 Millionen Dollar eingenommen
hatte, wovon alleine 6 Millionen Dollar von den Live-Auftritten
stammten.
Die letzten großen
Auftritte
In seinem Schicksalsjahr 1977
unterschrieb Elvis mit der Fernsehgesellschaft CBS einen Vertrag für
einen weiteren Fernsehauftritt. Am 19., 20. und 21. Juni wurden
seine Auftritte während einer Tournee gefilmt. Gesendet wurde diese
Show unter dem Titel "Elvis In Concert" allerdings erst nach seinem
Tod. Und erst hier erkannte man, wie krank er aussah. Zwar wirkte
seine Stimme kraftvoll wie immer, doch beim Sprechen waren Probleme
mit der Atmung zu erkennen. Am 26. Juni 1977 gab Elvis Presley in
Indianapolis das letzte Konzert seines Lebens.
Der König ist tot
Schließlich raste am 16. August
1977 wie eine Schockwelle die Nachricht um die Welt, daß Elvis
Presley tot sei. Dadurch schnellten die Plattenverkäufe abermals in
die Höhe. Waren zu seinen Lebzeiten rund 600 Millionen Tonträger mit
seiner Stimme verkauft worden, so kamen in den nächsten Monaten über
200 Millionen hinzu. Inzwischen sind es ca. 1,6 Milliarden (diese
Zahl ist geschätzt, da seine Plattenfirma keine Zahlen
veröffentlicht) - dies macht Elvis Presley zum unumstrittenen Ersten
in der Branche.
Durch seine Musik, aber auch durch
einige seiner Filme hat Elvis sich ein Denkmal in der Geschichte der
modernen Unterhaltungsindustrie gesetzt, das noch lange Zeit alles
überragen wird, was vor ihm war oder nach ihm kommen wird
!!!
ENDE
The King Is Dead
Long
Live The King

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